Himmlische Früchte in der Plastik-Hölle

Wir erleben ein bombastisches Frucht-Jahr. Gleichzeitig verschweisst der Handel die Früchte zunehmend portioniert in Plastikmüll. Das widerspricht allen schönen Nachhaltigkeitsbekenntnissen.
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Freeourfruit

Wir erleben ein bombastisches Frucht-Jahr. Gleichzeitig verschweisst der Handel die Früchte zunehmend portioniert in Plastikmüll. Das widerspricht allen schönen Nachhaltigkeitsbekenntnissen.

Beim Obstbauern meines Vertrauens – um nicht zu sagen, meines Entzückens – herrscht Hochbetrieb. Vor vier Wochen reihte sich Kirschensorte an Kirschensorte; nun sind Mirabellen, Pflaumen, Julibirnen und Zwetschgen am Zug. Mein Liebling ist im Moment die rote Mirabelle: Das Fleisch weich und süss, die Haut sauer und zäh. Eine herrliche Kombination!

Da ich kaum je in Supermärkten einkaufe, war ich ziemlich schockiert über die Bilder unseres Recherche-Teams. Offenbar wird so ziemlich jede Frucht „mundgerecht“ (als wär der nicht zum Abbeissen da) präpariert, bevor sie „sauber“ in Plastik verpackt wird.

Was für ein Unsinn – schliesslich hat die Natur den Früchten eine Schale spendiert! So produziert der Lebensmittelhandel weitere Probleme, statt die eigenen zu lösen. Das Plastikzeugs liegt im Sommer überall herum, verstopft Abfalleimer und frisst Steuergelder. Offenbar verbrauchen wir wohlstands-verwahrlosten Schweizer/innen drei Mal mehr Plastik als unsere Nachbarn. Dafür sind wir in der Verbrennung top – aber beim Recycling flop.

Eine elende Bilanz! Die Rechnung geht nur für den Handel auf: Der verlangt nämlich X mal mehr für die „Melonenfilets“ als für die intakte Frucht.

Diesem Unsinn treten wir mit der Aktion #freeourfruit entgegen (für Liebhaber/innen der deutschen Sprache: Freiheit für Früchtchen!) Denn wie ein Beispiel zeigt, reagieren Migros & Co. durchaus auf Kundenärger. Also: Beim nächsten Einkauf Handy zücken und Plastik an den Absender posten!

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