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#freeourfruit: Was uns die Sommeraktion gelehrt hat

Vier Wochen lang haben wir uns für die Freiheit unserer Früchte eingesetzt. Für eine natürliche Schale statt Plastikgewand. Und dabei viel gelernt. Über uns, den Handel und die Welt.
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Freeourfruit

Und? Sind nun alle unsinnigen Plastik-Verpackungen von vorportionieren Früchten aus den Schweizer Supermärkten verbannt?

Leider nein. Viel zu oft wurden wir abgewiegelt mit halbherzigen PR-Versprechen: Man «unternehme Anstrengungen, um Verpackungen zu reduzieren».
Doch wir haben einiges gelernt in den vergangenen Wochen. Über uns, über den Handel und über die Welt da draussen:

Wir nutzen noch zu viel Plastik

Plastikwahnsinn anprangern und gleichzeitig verpacktes Essen mit sich tragen? Passt natürlich nicht. Aber wow, es ist verdammt schwer immer auf Plastik zu verzichten. Auch wenn wir uns als umweltbewusste Konsument_innen bezeichnen, mussten wir feststellen, dass es viel Disziplin und Planung erfordert.

Aber wir geben nicht auf! Und hoffen gleichzeitig auf Unterstützung des Handels: Gebt uns die Möglichkeit, uns ohne sinnlose Verpackungen zu ernähren!
Super Tipps, wie ein verpackungsfreies Leben funktioniert, gibt’s zum Beispiel hier.

Der Handel hat die Dringlichkeit noch nicht erkannt

Die Migros setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, ihre Produkte möglichst umweltfreundlich zu verpacken. Sie argumentiert auf unsere Nachfrage hin mit Ökobilanzen und der Haltbarkeit von Früchten und Gemüse.
Da sind wir selbstverständlich dabei: Food Waste ist eine grosse Belastung für unsere Umwelt. Doch, liebe Migros, ihr stimmt uns sicher zu: Eine Melone in natürlicher Schale hält sich länger als verwässerte Stückchen in der Plastikschale.

Auch Coop wich unseren Forderungen aus. Man unternehme seit Jahren Anstrengungen, um Verpackungen zu reduzieren. Derzeit würde der Einsatz von Banderole bei stangenförmigen Gemüse (keine Neuheit – siehe Spargel) sowie von Graspapier und Zellulose geprüft.
Auch diese Entwicklungen begrüssen wir.

Doch letztlich haben alle um den heissen Brei herumgeredet. Und bei uns bleibt ein fader Beigeschmack:
Allen Nachhaltigkeitsbekenntnissen zum Trotz scheinen die grossen Supermarktketten vor allem von einer Prämisse getrieben zu sein: Maximalem Profit (Melonenbeispiel: CHF 3,50 für ein paar Fruchtstückchen im Take-Away vs. CHF 4,- für eine ganze Melone).
Schade.

Die Schweiz will Veränderung

Ein Hauptargument des Handels (in unserem Fall namentlich: Coop) ist die Bequemlichkeit der Konsument*innen. Das wird schön auf Englisch verpackt – Convenience Food – und soll vor allem eins aussagen: Wir wollen es so.
Wirklich? Zumindest in unserer Twitter-Bubble zeigt sich ein ganz anderes Bild. Reihenweise beklagen sich die User über unnötiges Plastik und fordern von Migros, Coop und Co. eine Umstellung. Die NZZ hat dem Thema sogar einen eigenen Thementag gewidmet.

Und das Öpfelschnitzli-Gate bei Migros macht deutlich, dass die Konsument_innen hierzulande alles andere als bequem sind. Hunderte User empörten sich über diese Unsinnigkeit. Kleinlaut nahm die Migros die Schnitzli wieder aus dem Programm.

Die Schuld nur den Verbraucher_innen in die Schuhe zu schieben, ist der falsche Weg. Nein, es liegt in der Verantwortung des Handels, Alternativen anzubieten. Durch ein kluges Mehrwegsystem und die Reduzierung unnötiger Verpackungen. Oder schlicht durch Aufklärung, denn viele Früchte lassen sich mit der richtigen Technik ganz leicht schneiden. Wissen übrigens auch Migros und Coop. 😉

Und jetzt?

Vier Wochen lang haben wir uns für die Freiheit unserer Früchte eingesetzt. Und sind noch lange nicht am Ziel. Lieber Handel, liebe Konsument_innen, lasst uns weiterhin nach Lösungen suchen. #freeourfruit

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