Fleisch – nur als Beilage bitte

Unsere Umweltpolitik touchiert das Thema Ernährung nur am Rande. Es ist auch nicht angenehm, über den Konsum von tierischen Lebensmitteln nachzugrübeln. Kennt man die Auswirkungen aufs Klima, muss man gar sein Verhalten ändern. Nur Bio-Fleisch kaufen reicht da bei weitem nicht.
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Fleisch nur als Beilage

Früher (OMG, ich wollte das nie sagen, jetzt passiert es mir ständig!) in den 1970igern hatten wir zu Hause wöchentlich höchstens 2-3 Mal Fleisch auf dem Tisch, manchmal auch frischen Fisch aus dem Urnersee. Dank den professionellen Kochkünsten meiner Mutter hat es uns nie an abwechlsungs­reichem und schmackhaftem Essen gefehlt. In meinen Zwanzigern hatte ich nach Aufenthalten in Australien und Neuseeland dank Freilauf-Qualität und einem Kilopreis von 4.- Fr. eine Rindsfilet-Überdosis. Zurück in der Schweiz verzichtete ich danach rund 4 Jahre komplett auf Fleisch. Und heute? Ich kann die Finger nicht davon lassen. Nichts desto trotz, der neueste Greenpeace-Check hat ins Schwarze getroffen: “Früher eine Delikatesse, ist Fleisch heute etwas Alltägliches geworden“.

Es ist mir bewusst, dass unsere Ernährung knapp ein Drittel der konsum­bedingten Umweltbelastungen in der Schweiz ausmacht. Davon sind tierische Produkte (Fleisch, Fisch, Milch, Eier) für fast die Hälfte verantwortlich. Ganz zu schweigen von der Abholzung artenreicher Wälder im Ausland für die Tierfutterproduktion…. Da schlagen zwei Herzen ach! in meiner Brust: eines aus Fleisch und Blut, das andere aus Gewissensbissen. Darum probiere ich unter der Woche 2-3 Mal fleischlos zu essen. Das ist an und für sich nicht schwierig. Milchprodukten zu entsagen grenzt aber für mich an Selbstkasteiung. Auch als Catering- und Lagerküchen-Scheffin setze ich trotz aller Widerstände vegetarische Menüs und regionale Produkte von Kleinbauern durch. Koste es, was es wolle. Ich wage nicht zu behaupten, ich sei eine Musterschülerin in klimafreundlicher Ernährung, aber jede und jeder wie er kann. Greenpeace dagegen nimmt die 10 grössten Städte in der Schweiz in die Pflicht. Sie werden ermahnt, ihr Vorbildfunktion in Sachen Ernährung ernst zu nehmen. Schliesslich zeichnen sie sich verantwortlich für jährlich mehrere Hundert Millionen Menüs, die in Personalrestaurants, Tagesschulen, Kindergärten, Pflegeheimen, Spitälern oder Behindertenstätten auf dem Tisch landen. Wie hat die Stadt in deiner Nähe beim Städtevergleich abgeschnitten? Schau dir die Resultate an. Falls du nicht zufrieden bist: Fordere vorgekaute Verbesserungen. Bei der Landingpage hat diktum.ch massgeblich mitprogrammiert.

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